Vorrede des Herausgebers.
hoffe die Freunde der Herderischen Musemit der Herausgabe nachfolgender Schulreden,die der verewigte Verfasser als Ephorus deslandesfürstlichcn Gymnasiums zu Weimar beiden jährlichen öffentlichen Prüfungen hielt, an-genehm zu überraschen. Ausser der Gedächtniß-rede auf den seligen Musäus ist noch keine der-selben im Druck erschienen.
Ueber Pädagogik und pädagogische Syste-me unserer Zeit hat Herder sich in den nochvon ihm selbst hcransgegebenen Schriften nie,oder nur beiläufig , erklärt. Aber in der Schule,wo Amtspflicht ihn dazu auffordcrte, da spracher mit Freimüthigkeit, mit Unbefangenheit undmit Liebe über die wichtigsten Materien, welcheden Unterricht besonders in den höher» Wissen-,schäften betreffen: denn diese Pflanzstätte des
aufblühenden Geschlechtes war ihm ein Heilig-thum , der liebste Wirkungskreis seines Amts,ihr Gedeihen und Fortschritt seine heiligste in-nigste Angelegenheit, und der Umgang mit hof-nungsvollen Jünglingen verjüngte sein Leben.Freimüthig sprach er, da Amts - Gewissenhaftig-keit und die Einsicht mancher Fehler und ver-kehrten Methoden in jenem Unterricht ihn drin-gend dazu auffordertcnz unbefangen, weil er