- der Humanität. 367
unvermerkt die Staaten von den großen Armeen zuentladen, die sie in den Abgrund stürzen, daß nachund nach keiner übrig sey, der sich schlage. KeinLandesherr, kein Volk wird sodann die unglücklicheLeidenschaft zu kriegen mehr haben, deren Folgen soverderblich sind ; jedermann wird eine Vernunft äußern,so vollkommen als eine geometrische Demonstration.Ich bcdaure sehr, daß mein Alter mich eines soschönen Anblicks beraubet, von dem ich nicht einmaldie Morgenröthe erleben werde. Beklagen wird manmich und meine Zeitgenossen, daß wir in einem Jahr-hundert der Finstecniß lebten, an dessen Ende zuerstdie Dämmerung der vcrvollkommneten Vernunft an-brach. Alles hängt ja von der Zeit ab, in der cmMensch auf die Welt tritt. (1773.)
„Gegen das viertägige Fieber und gegen denKrieg deklamircn, ist gleich vergebliche Arbeit. DieRegierungen lassen die Philosophen schreien, und ge-hen ihren Weg; das Fieber nimmt davon auch keineKunde. Es hat Kriege gegeben, so lange die Weltist; und wird Kriege geben, wenn wir nicht mehrhier sind. Ein Arzt muß da» Fieber wegschaffen,nicht darüber satyrisiren.
„Ludwig XV. ist nicht mehr. Es war ein guterMan», der nur Einen Fehler hatte, daß er Königwar. Lasset seinen Schatten in Friede. Man darfempfindlich seyn über das Unrecht, das man leidet;man muß aber auch zu verzeihen wissen. Die finstre,