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Zur Philosophie und Geschichte Theil 10 (1820) Adrastea ; 2
Entstehung
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der Humanität. 26 r

des; um so mißtrauischer hält man sich also an jedenBalken, an jeden Span des Balkens, und glaubt,mit ihm schon gehe alles verloren. Das alte Schwertist verrostet; desto ängstlicher putzt man Griff undScheide.

Ans Volk, wollen wir eher mit Bedauren undGroßmuth, als mir Stolz und Zuversicht denken.Jahrhunderte lang ists unerzogen geblieben; daß eserzogen werde, kann unser einziger Wunsch seyn, nichtdaß cs herrsche, nicht daß es gebiete und lehre. DieBesserung muß vom Haupt kommen, nicht von Füßenund Händen; ich kenne nichts abscheulicheres, alseines wahnsinnigen Volks Herrschaft.

Lassen Sie sich auch die Stimmen unsrer Philo-sophen nicht bis zur Täuschung bezaubern ; die wärm-sten sind nicht immer die Hellesten Köpfe. Von ihrenWünschen, vom Anschein der guten Sache eingenom-men, vom thatigcn Leben und von der wahren Ge-stalt der Dinge entfernt, gefallen sie sich in Spekula-tionen ; oder als der zarteste empfindlichste Tkeil desPublikums trösten sie sich über das, was nicht ist,mit Träumen, was seyn sollte, also auch seyn wird.Der kranke, zarte, fast nur in der Einbildung lebendeRousseau, hat er mit seinen stark ausgedrückten,regegefühlten Visionen mehr Nutzen oder mehr Scha-den gebracht? Ich wage es nicht zu entscheiden.

Wie ich fürchte, strebt der Geist unsrer Zeitenvorzüglich zur Auflösung hin. Dem Einen Lhcilder Welt sollen alle Bande aufhören; Alles soll leichtund lustig werden, weil wir des Alten satt, trägeund erschlafft sind. Der andre Theil der Menschen,der sich im Besitz, leider auch oft mit Härte und