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Zur Philosophie und Geschichte Theil 10 (1820) Adrastea ; 2
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355
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der Humanität.

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Deutsche, Deutschland.

Es ist zwar eine gemeine Klage in allen Stan-den und Leben über falsche verlogne Leute, wie manspricht:es ist keine Treu noch Glauben mehr."Die alten Römer haben solch Laster an den Griechengetadelt, wie auch Cicero sagt:ich gebe den Grie-chen, daß sie gelehrte, weise, kunstreiche, geschickte,beredte Leute sind; aber Treu und Glauben achtetdas Volk nicht." Wohlan, es hat auch solch untreufalsch Volk itzt lange her seine Strafe gelitten vomTürken, der sie auch baar-über bezahlet. Welsch-land hat es nachher auch gelernet, daß sie dörfenZusagen und schwören was man will und darnachspotten, wenn sie es halten sollen. Darum habensie auch ihre Plage redlich, und müssen beide Grie-chen und Wohlen Exempel seyn des andern GebotsGottes, da er spricht:Er solle nicht ungestraftbleiben, wer Gottes Namen mißbraucht." UnsDeutsche hat keine Tugend so hoch gerühmet undwie ich glaube bisher so hoch erhoben und erhalten,als daß man uns für treue, wahrhaftige, beständigeLeute gehalten hat, die da haben Ja Ja, kein Neinlassen seyn, wie deß viel Historien und Bücher Zeu-gen sind. Wir Deutsche haben noch ein Fünklein(Gott wolle es erhalten und aufblasen) von derselbenalten Tugend, nämlich, daß wir uns dennoch einwenig schämen, und nicht gerne Lügner heißen, nichtdazu lachen, wie die Wahlen und Griechen, odereinen Scherz daraus treiben. Und obwohl die Wel-sche und Griechische Unart einreißet, so ist dennoch

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