Z44 H> Briefe zu Beförderung
Deutschland eine neue Weife des Reichs anrichtete,so würde es dreimal verheeret."
„Wiewohl mich auch zuweilen dünkt, daß dieRegiment und Juristen wohl auch eines Luthersbedürften; aber ich besorge sie möchten einen Mün-zer kriegen; darum ich nicht hoffen kann noch will,daß sie einen Luther kricgcm werden. Es ist nichtzu rathen, daß man cs ändere; 7 sondern flicke undpletze daran, wer kann, weil wir leben, strafe denMißbrauch, und lege Pflaster auf die Blattern.Wird man die Blattern ausreifien mit Unbarmher-zigkeit : so wird den Schmerzen und Schaden nie-mand mehr fühlen, denn solche kluge Barbierer.Aendcrn und Bessern sind zweierlei. Eines steht inder Menschen Händen und in Gottes Verhängen,, dasandre in Gottes Händen und Gnaden."
Ferner sagt er: „Wenn das natürliche Recht undVernunft in allen Köpfen steckte, die Menschenköpfengleich sind, so könnten die Narren, Kinder undWeiber eben so wohl regieren und kriegen als David,Augustus, Hannibal, und müßten Phormionen so-gut seyn, als Hannibals; ja alle Menschen müßtengleich seyn und keiner über den andern regieren.Welch ein Aufruhr und wüst Ding sollt hieraus wer-den? Aber nun hats Gott also geschaffen, daß dieMenschen ungleich sind, und einer den andern xegie-ren, einer dem andern gehorchen soll. Zwecn kön-nen mit einander singen (d. i. Gott alle gleich lo-ben ;) aber nicht mit einander reden (d. i. regieren).Einer muß rede», der andre hören. Darum findetsichs auch also, daß unter denen, die sich natürlicherVernunft und Rechts vermessen und rühmen, gar