3^2 II. Briefe zu Beförderung
ward. Einen Theil dieser Fragen hat die zweitegroße Begebenheit, die Wie d e raufle b ung derWissenschaften und die Reformationaufgelöset; vom eilften bis zum sechzehnten Jahrhun-derte hat die Zeit über vieles entweder schon entschie-den und entscheidet noch , oder sie sammlet Kräfte undAthem, um künftig entscheiden zu können. Wahr-scheinlich ist das die dritte Begebenheit, von der Siereden.
Merken Sie sich aber, m. Fr., Eins. Bei derReformation war größtentheils von blos geistigenGütern, von Freiheit des Gewissens und Denkens,von Glaubensartikeln und Religion die Rede: dennan den Gebrauch der Kirchengüter wollen wir nicht,können auch nicht allemal mit billigendem Vergnügendenken. Die fortgehende Eultur des Menschenge-schlechts, die aus der Erweckung der Wissenschaftenentsprang, ist auch ein geistiges Gut; man kannihren Fortgang hemmen, aber nicht vernichten.
Eine andre Beschaffenheit scheinet es mir mitder Reformation zu haben, von der jetzt die Redeseyn soll; wie Ware es, wenn wir darüber den altenReformator selbst hören.
Luthers Gedanken von der Regi-me n t s a n d e r u n g.
„Des weltlichen Regiments Werk und Ehre ist,daß es aus wilden Thieren Menschen macht, undMenschen erhält, daß es nicht wilde Thiere werden.