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Zur Philosophie und Geschichte Theil 10 (1820) Adrastea ; 2
Entstehung
Seite
317
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der Humanität. ^7

Welche w-5chmo,ge Vorurthcile des Volkshat er beleidigt?

B. Aus Vielen führe ich nur wenige an; zuerstdas Vorurtheil der Sprache. Hat wohl ein Volk,zumal ein uncultivirtes Volk etwas Lieberes, als dieSprache seiner Vater? In ihr wohnet sein ganzerEedankenreichthum an Tradition, Geschichte, Re-ligion und Grundsätzen des Lebens, alles sein Herzund Seele. Einem solchen Volk seine Sprache neh-men oder herabwürdigen, heißt ihm sein einziges,unsterbliches Eigenlhum nehmen, das von Eltern aufKinder fortgeht.

A. Und doch kannte Joseph mehrere dieser Völ-ker persönlich und sehr genau.

B. Um so mehr ists zu verwundern, daß er denEingriff nicht wahrnahm, den er sich damit in ihrebeliebtesten Rechte erlaubte. „Wer mir meine Spra-che verdrängt, (glaubt der Idiot nicht ungründlich,)will mir auch meine Vernunft und Lebensweise, dieEhre und Rechte meines Volks rauben." Wahrlich,wie Gott alle Sprachen der Welt duldet, so sollteauch ein Regent die verschiednen Sprachen seiner Völ-ker nicht nur dulden, sondern auch ehren.

A. Er wollte aber eine schnellere Betreibung derGeschäfte, eine schnellere Cultur bewirken.

B. Die beste Eultur eines Volks ist nicht schnell;sie läßt sich durch eine fremde Sprache nicht erzwin-gen; am schönsten, und ich möchte sagen, einzig ge-deihet sie auf dem eignen Boden der Nation, in ihrertrerbten und sich fortcrbsnden Mundart. Mit derSprache erbeutet man das Herz des Volks, und ists^