3v9 II. Briefe zu Beförderung
so unentbehrlich ward, als den Morgenländern dasOpium —
A. Sic meynen die Leclüre?
B. Die Lectüre und Schriftstellern; das Lesenund Schreiben; beide sind von einander auch vielleichtunzertrennlich. Durchs Schreiben lernt man lesenund hören; durchs Hören lernt man schreiben, undwird dazu getrieben, begeistert.
A. Ob das aber einen Regenten nicht zu sehrzerstreuen möchte? Kaiser und Autor!
B. Autor muß ein Kaiser und jeder Regent un-ausbleiblich werden, indem er Gesetze, Verordnun-gen bekannt macht. Soll er also nur vor fremdeWerke seinen Namen schreiben, so schreibet er siemeistens nur vor Werke, deren er sich selbst schämet.
A. Das war Josephs Fall nicht. Er schriebselbst Gesetze.
B. Und großentheils vortreffliche. Glauben Sicüber, daß das ewige Gesehschceibcn einem Regentengenug ist, zuv geistigen Erheiterung, zur Ber-lüngung seiner Seele? Friedrich las und schriebblos und allein zu Bildung seines Geistes, zurErfrischung und Ordnung*sein e r Gedanken: dannvergaß er Politik und Staatssorgen. Er lebte unterden Alten, dachte mit ihnen, mit großen Männerncmcr cdlern Zeit. Er stärkte sich damit in jenerhohen Einfalt fester Grundsätze und der Erfüllungseiner Pflichten; er ward selbst ein Alter —
A. Welches alles freilich dem immer-thätigenJoseph entgehen mußte! —