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Zur Philosophie und Geschichte Theil 10 (1820) Adrastea ; 2
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der Humanität. 297

denken, nicht leiden. Ich liebe den Frieden; aberkeinen andern, als einen guten, standhaften, ehren-vollen Frieden. Sokrates und Plato hätten wie ichgedacht, wenn sie auf dem verwünschten Punkt ge-standen hatten, den ich in dieser Welt einnchme.

„Glaubt Ihr, daß es ein Vergnügen sey, diesalberne Leben fortzuführen ? Menschen, die man nichtkennt, um sich sterben sehen und sie dem Tode selbstzu überliefern, Tag für Tag feine Bekannte undFreunde zu verlieren, seinen Ruf dem Eigensinn desUngefährs unaufhörlich ausgefetzt za sehen, das ganzeJahr durch in Unruhe und scheuer Erwartung zuzu-bringen, ohne End' und Maas sein Leben und Glückaufs Spiel zu setzen?

„Gewiß, ich kenne den Werth der Ruhe, dieAnnehmlichkeiten der Gesellschaft und die Freuden desLebens; auch ich wünsche glücklich zu seyn, wie ir-gend Jemand. So sehr ich aber diese Güter be-gehre, so wenig mag ich sie durch Niederträchtigkeitund Ehrlosigkeit erkaufen. Die Philosophie lehrtuns, unsre Pflicht thun, unscrm Vatcrlande selbstmit unscrm Blut treu dienen, ihm unsre Ruhe, jaunser ganzes Daseyn aufopfern.

„Trotz aller Schulen der Philosophie wird derMensch immerhin das bösartigste Thier der Weltbleiben; Aberglaube, Eigennutz, Rache, Verrath,Undankbarkeit werden bis ans Ende der Zeiten blu-tige, traurige Scenen Hervorbringen, weil Leiden-schaften uns beherrschen, selten die Vernunft. Im-

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