2A'k> II. Briefe zu Beförderung
daß jeder Mann von Ehre, jeder honette Mannmeines Stammes sei), uod daß ich sonst keinendafür erkennte.
„Gern würde ich unter einem gemäßigten Klimaleben, gern als Privatmann die Freundschaft undAchtung würdiger Menschen verdienen, und dementsagen, wornach die meisten lüsten und streben;aber ich fühle zu sehr, daß wenn ich nicht Prinzwäre, ich wenig seyn würde. Euch reicht Euer Ver-dienst zu, geachtet, beneidet, bewundert zu werden;ich habe Ahnen, Wappen, Titel, Einkünfte nörlstg,um die Augen der Menschen auf mich zu ziehen.Ein großer Fürst siel einmal in die Hände seinerFeinde; er sähe seine Hofleute um sich her weinen,verzweifeln; „Ach, sagte er, an Euren T h r ä-nen merke ich, daß ich noch Königbin!" Wenige Worte, aber voll großen Sinnes!
„Brüssel und fast das ganze Deutschland istseiner alten Barbarei noch nicht losdie Künste wer-den in ihm wenig geachtet, also auch wenig cultivi-ret. Der Adel dient unter den Truppen, oder mitsebr leichten Studien tritt er in Collegia und sprichtdas Recht, daß cs eine Lust ist. Edcilcute »ntRenten lcden auf dem Lande, oder vielmehr in denWäldern, wo sie denn auch so wild werden als dieTbiere, die sie jagen. Der Adel unfers Landes gleichtzwar im Ganzen dem andern Deutschen Adel; doch