286 II. Briefs zu Beförderung
„Wenn Personen von einem gewissen Range dieHalste ihrer Laufbahn erreichen, so urtheilt man ih-nen den Preis zu, den andre nur erhallen, wennsie die ganze Laufbahn zurückgelegt haben. Woherdieses? Entweder wir sind weniger fähig, das rechtzu machen, was wir thun sollten; oder es sind nie-drige Schmeichler, die unsre kleinsten Handlungengeltend machen und zum Himmel erheben. Der ver-storbne König von Polen rechnete große Summenziemlich leicht; alle Welt pries seine hohe Kcnntnißder Mathematik, von der er doch kein Wort ver-stand. Mehrere Beispiele mag ich nicht ansühren.In unfern Tagen hat cs durchaus keinen großenFürsten gegeben, der wirklich unterrichtet war, alsPeter den Ersten." (Und auch bei diesem machtFriedrich in der Folge mit Recht große Ausnahmen.)
„Wie verschieden ist ein betrachtendes, von ei-nem handelnden Leben! Ein Mann», der sich nurmit Denken beschäftigt, kann gut denken und sichübel ausdrücken; ein handelnder Mann, wenn er-sieh auch mit aller ersinnlichen Grazie ausdräckte,darf nie schwach handeln; wie man z. B. dem Kö-nige von England Jacob I. vorwarf, daß er nie et-was Schlechtes gesagt, nie etwas Lobwürdiges gethanhabe *). Es füget sich oft, daß die, die gegen
*) Der König irrt sich hier; von Karln H. sagteRochestsr, He riever SiliU r> toollsb rbinA snever äicl s reise ons. M.