284 II. Briefe zu Beförderung
scheu unter einander; die Gleichheit ihres Looßes unddas unentbehrliche Bedürfniß, das Einer, vom an-dern hat; Unglücksfälle, die die Bande des Bedürf-nisses noch starker anziehen; die natürliche Neigung,die man zu seines Gleichen hat; unsre Selbsterhal-lung, die uns Humanität predigt; die ganze Naturscheint sich zu vereinigen, um uns eine Pflicht cin-zupragcn, die unser Glück macht, und täglich neueAnnehmlichkeiten auf unser Leben verbreitet."
Wenn Friedrich immer so gefühlt und gethanhat, als er hier schreibt, (und es war gewiß seinErnst, da er cs schrieb; auch wurden ihm in denunhumansten Situationen seines Lebens diese Gesin-nungen nie ganz fremde,) so wollen wir ihn als ei-nen Heiligen anrufen, daß er uns seinesgleichen hu-mane Denker, väterliche Regenten, Aerzte und Her-zen des Volks erbitten helfe. Auch wollen wir wün-schen , daß alle Fürsten und Prinzen die meistenseiner Werke, (sie sind ja französisch geschrieben) le-sen mögen, und zwar also als ob sie den großenKönig selbst hörten.
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Wenn König Friedrichs Lob auf die HumanitätIhnen gefällig gewesen, so lassen Sie sich einige kür-zere Gedanken und Maximen vortragen, die ich indiesen angenehmen Briefen bezeichnet.