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Zur Philosophie und Geschichte Theil 10 (1820) Adrastea ; 2
Entstehung
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257
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der Humanität. 267

will sich ausreden. Kommen nun verschiedne Men-schen mit vcrschicdncn Wissenschaften, Charakteren,Denkarten, Gesichtspunkten, Liebhabereien und Fä-higkeiten zusammen: so erwecken, so vervielfachensich unzählbare Menschengedankcn. Jeder trägt ausseinem Schatze vom Wucher seines Tages etwas bei,und in jedem andern wird es vielleicht auf eine neueArt lebendig. Geselligkeit ist der Grund der Huma-nität , und eine Gesellung menschlicher Seelen, einwechselseitiger Darleih erworbener Gedanken und Ver-standeskräfte vermehrt die Masse menschlicher Er-kenntnisse und Fertigkeiten unendlich. Nicht jederkann alles lesen; die Frucht aber von dem, was derandre bemerkte, ist oft mehr werth als das Geleseneselbst.)

2. Haben Sie etwa neuerlich eine Geschichte gehört,deren Erzählung der Gesellschaft angenehm seynkönnte?

(So gemein diese Frage scheinet, so ein frucht-bares Saamenkorn kann sie in der Hand verständi-ger Menschen werden. Aus Geschichte wird unsreErfahrung; aus Erfahrung bildet sich der lebendigsteTheil unsrer praktischen Vernunft. Wer nicht zuhören versteht, verstehet auch nicht zu bemerken; undaus dem Erzählen zeigt sich, ob jemand zu hörengewußt habe. Franklins beste Einkleidungen gingenaus solchen verständig - angehörtcn lebendigen That-sachen hervor; von ihnen empfingen sie ibre gefälligeGestalt, ihre leichte Wendung. In Zeiten, da manviel hörte, viel erzählte und wenig las, schrieb manam besten; so ists noch in allen Materien, die aus

Herders Werke z. Phil. u. Gesch. X. R II.