2Z2 I. Unternchmungen d. »ergänz. Jahrhunderts
in ihm öffentlich und beglaubigt Urthcil sprechen dür-fen , bekennet er entweder seine Barbarei, der wederEhre noch Wissenschaft am Herzen liegen, oder daßer keine verständigeren Richter habe. Ihm ist gleich-gültig , was auf den Käsekram der Lumpen gedrucktwerde." Ganz anders ein Staat, der Ehre liebet.Sein ist die Kritik; er spricht sie durch Mund undFeder seiner Würdigsten aus; diese stehen fürihre Worte. Fürchte man nicht, daß hiedurch eineLähmung im Urthcil entstehen, daß Einseitigkeit undDespotismus sich wilde gebährdcn werden. In Deutsch-land sind mehrere Staaten; jeder darf sein lite-rarisches Tribunal haben, da dann Einesdem Andern bald die Stange halten wird, und dasfeinere Urthcil doch zuletzt sieget.
Nicht aber auf Mißbrauch muß man zuerst rech-nen, wenn man einen Plan entwirft, richtiger Ge-brauch ist sein Zweck, bei welchem man Jenem ver-beuget. Sind die Verständigsten des Landes die ge-be hr neu Richter des Wahren, Guten undSchönen; so entspringt hieraus natürlich eine Aka-demie oder Societät der Wissenschaf-ten, die urtheilt. Drangen sich Unwürdige zuihr, so fällt der Schimpf abermal auf den Staat,der solche Cellos für seine Verständigsten erkannte;bald aber muß sich auch bei Mißgriffen eine Gesell-schaft der Würdigsten klar Hervorthun, die sich durchsich selbst bewahret. Diese, eine wahre Akade-mie cksU-c Lrrrsoa käme nicht zusammen, um ein-ander mit Vorlesungen zu belangweilen; als Eon-su l ta to r i n d es Staats richtete sie über lite-rarische Verdienste in geschlossener Gesellschaft. Ihr