2,2 I. Unternehmungen d. vcrgang. Jahrhunderts
„In seinem Anzüge waren ein Muster von Net-tigkeit und Simplicitat. Eine dichtgefaltete Binde,ein Kleid mit einem schmalen stehenden Kragen, keineKnicschnallen, weder Sammt »och Seide an seinemganzen Körper, dabei ein Schneeweißes Haar —dies Alles gab ihm ein gewisses apostolischesAnsehen. Dabei war Ordnung und Sauberkeit überseine ganze Person verbreitet."
„Die Talente, die er als Prediger besaß,sind ziemlich allgemein anerkannt. Sein Anstandauf der Kanzel war natürlich und einnehmend, seineAction ruhig und ungezwungen, dabei gefällig undAusdruckvoll. Seine Stimme nicht laut, aber sehrverständlich und männlich; sein Styl einfach, ver-traulich, und den Bedürfnissen der Zuhörer sehr an-gemessen. Jndeß waren, wenn man auf die Aus-arbeitung selbst sieht, seine Vortrage sich sehrungleich. Die beständige Beschäftigung mit Brief-fchreiben, Schriftstellerei., Krankenbesuchen u. f. warauch nicht allein daran Schuld, daß er oft schlechterpredigte. Die Erhaltung der äußern Ord-nung und Verfassung seiner Soci «tä-ten hielt er bei weitem für wichtiger und schwerer,als die Verwaltung des öffentlichen Lehramts. Erversichert selbst irgendwo: „predigen könne er deS
Tags drei - bis viermal ohne die geringste Beschwer-de , aber die andern Sorgen für die Gesellschaft woll-ten oft seine Kräfte übersteigen."
„Einige haben Wesley für einen mittelmäßi-gen Kopf gehalten. Denen kann ich nicht beistimmen.Seine Eontroversschriften, seine in Oxford allgemeinanerkannt« vorzügliche Geschicklichkeit, und die große