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Zur Philosophie und Geschichte Theil 10 (1820) Adrastea ; 2
Entstehung
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zu Beförderung eines geistigen Reiches. 99

Keinen frommen Wunsch muß man verunglim-pfen , so wenig Anfangs Mittel und Zweck einanderzu entsprechen scheinen; daß aber durchs Difputirenin Herbergen und Wirthshäuscrn schwerlich eine großeJudenbekehcung bewerkstelligt werden möchte, ist ebenso klar, als es gewiß ist, daß durch solche Disputender Christen mit den Juden Jene sich Diesen oft zumSpott gemacht haben.

Im Anfänge des jetzigen Jahrhunderts sehen wirdie sogenannte Judenbekehrung mit andern Augen an,als man sie im Anfänge des vergangenen ansah. Lu-thers Aussprüche von dieser Nation, die er, seinerZeit gemäß, oft zu hart aussprach, haben sich wäh-rend dessen so sehr bestätigt, daß, als am Ende desvorigen Jahrhunderts einige jüdische Hausväter sicheinem neugebildeten, aufgeklärten Ehristenthumauf Bedingungen associircn und afsiliiren wollten, nie-mand darauf merkte.

Woher diese veränderte Ansicht der Dinge, ver-glichen mit dem Eifer voriger Zeiten? Sie entspringtaus der Natur der Sache selbst, beglaubigt durch einelange Erfahrung.

Erstens. Was wollen die Christen, wenn siemit Juden über alte Prophezeihungen difputiren ? Auchüber die Grundsätze der jüdischen Grammatik undAuslcgungskunst, die von der christlichen so verschie-den ist, hinweggesehen; hinweggcsehen darüber, daßbei einer Sprache, die chmals ohne Vocalen ge-schrieben ward, es dem Gegner an Ausflüchten niefehlen werde; ist es ausgemacht, daß diese Vorker-sagungcn, als sie gesagt wurden, grvßtenthcils eine

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