zu Beförderung eines geistigen Reiches. 69
Dietrich. Und dies erdichtete Gespräch machtedich traurig?
Winnfried. Nichts was die Menschheit an-gehl, ist mir gleichgültig. Das'erdichtete Gesprächspricht die Empfindung aller Nationen aus, denendie Religion ihrer Väter entrissen ward; mit ihrverlohren sie ihren Geist und Charakter, ja ich mochtesagen, ihre Sprache, ihr Herz, ihr Band, ihreGeschichte. Daher die stummen und lauten Klagender Galen und Iren, der Kuren, Esthen,Letten, Li wen u. f. Daher ihr unauslöschli-cher, unversöhnlicher Haß gegen die Fremden, dieihnen eine fremde Religion aufdrangen und dagegenchr Land, ihre Vater ihnen nahmen. Ja nicht nurnahmen; sie stießen diese, ihre geliebten, verehrtenVater, deren Andenken ihnen Sieg und Freude ge-wesen war, in die Quaalen der Hölle hinunter.Sollte dies sie nicht schmerzen? Erinnere dich , wieunsre Stammesvatcr, Germanen und Gothen, aufden Gräbern ihrer Vater für ihre Ehre und Reli-gion föchte«. Erinnere dich, mit welcher Treue andreNationen die Gebrauche der Väter, die man Aber-glauben nannte, ungeachtet aller Verbote und Stra-fen , ein Jahrtausend durch bewahrt haben. ErinnreDich —
D- Wollten wir uns nicht unter diese Lindesetzen, Winnfried? Die Sonne geht so schön unter.
W. Und laßt alle Gewächse in ihren Farben,und theilet Allen ihren milden Glanz mit. ,
D. Eben daran erfreue ich mich. Vor der Abend-sonne läßt sich von untergegangnen Nationalreligio-