44 I. Unternehmungen d. vergang. Jahrhunderts
diese Klagen lange unkraftig machten, kam doch eineZeit, da das Eis brach.
Als im Jahr 1752 zwischen den BesitzthümernSpaniens und Portugals am Uraguay eine neueGrenzvertheilung vorgenommcn werden sollte, ver-möge welcher ein Tkeil des Staats der Jesuiten un-ter Portugiesische Hoheit kam, wollten sie oder an-geblich diese Völker sich nicht theilen und abtrctcnlassen. Es entstanden Unruhen und Aufstande, dieman den Jesuiten Schuld gab; zwei Feldzüge muß-ten beide Mächte gegen Völker der Mission thun,die dann den Portugiesischen Hof und dessen scharf-sehenden Minister in ein solches Feuer gegen dieJesuiten setzten, daß nicht nur die traurige Zerstö-rung ihres Staats in Amerika *), sondern bald auchihre Vertreibung aus Portugal, dann aus Spanien,endlich die Aufhebung ihres Ordens selbst erfolgte.In Amerika lag der Keim dieser Aufhebung. DieSchatze, die man dort und allenthalben bei ihnenzu finden glaubte, die ohne Zweifel übertriebnen Ge-rüchte, die man von ihrem Handels - Zusammenhängedurch die ganze Welt ausbreitete; ihre Unvorsichtig-keit endlich sich aus diesem bisher fast versteckt ge-wesenen Winkel der Erde zwischen die besitzendenMächte Europa's gedrängt zu sehen und Widerstandzu leisten; dies und mehreres, woran der nach demKönige von Portugal geschehene Schuß nicht Schuldwar, beschleunigte ihr Verderben. So siel das Reich,
*) S. Dobritzhofer Geschichte der Abiponen LH.S. hi. f.
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