4 I. Unternehmungen d. vcrgang. Jahrhunderts
etwas Neuem und Großem bezeichnen; man schmücktesie schön aus, die Pforte der Hoffnung.
Durch die ganze christliche Aera dies zu erweisen,wäre ein zu weiter Gang; in den neueren Jahrhun»dertcn fallen die Wirkungen dieser Jubelfreudesichtbar ins Auge. Welche Bewegungen zu Ende desdreizehnten, zu Anfang des vierzehnten bis achtzehn-ten Jahrhunderts in Geistern und Seelen der Men-schen! Ihnen sind wir Petrarea., Huß, Luther,die Revolution in den Künsten, die Reformation,so manche Anlagen, Stiftungen, Unternehmungen,Entwürfe mitschuldig.
Und in unsrer Zeit — wer denkt nicht anden Ausgang des achtzehnten Jahrhunderts mit einemstummen Entsetzen? Seit 1790 bis 1800 geschah,was das ganze Säkulum nicht geschehen, woraufaber Manches langst zubcreitct war- Wie viele Un-glückliche sind aber nicht mehr, die mit dem An-fänge unsres Jahrhunderts eine neue Welt hoff-ten! Politisch und Philosophisch stürmten die Wün-sche, die Hoffnungen zusammen; das avto nomi-sche sollte das neue Jahrhundert heißen, wo jedersich Gesetze gäbe. Sogar eine neue Poesieund Kritik sollte ans Licht treten! ja man glaubtesich schon im Besitz derselben; eine Poesie undKritik, die das zum Vorzüge habe, daß sie sich ankeine vorige Zeit anschlösse, sondern, in er-wählten Menschen unmittelbar vom Himmel gestie-gen, in ihnen leibhaft wohne. Im Jahr i8ng,glaubte man, werde die ganze Welt zu dieser neuenPoesie, Metaphysik und Kritik, ja auf ihren