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zu Zilge und lobte sic ob ihrer milden Ergebung und ihrer ehren-haften Thätigkeit. Sie nahm das letzte, das sie verdiente, ebenso an, wie das erste, das sic nicht verdiente. Niemand sollte Witzenwas in ihr vorging.
Tic traurigste Zeit war für Zilge Pfingsten, nnd die HellenSommcrsonntage. Ta sitzen Nachmittags die Frauen unter einemNußbaum, oder vor einem Hause auf der Bank und plaudernallerlei. Zilge war so viel allein, daß sie au diesen Tagen sichauch zu den Menschen gesellen mußte, aber sie wußte nicht wo-hin! sic gehörte nicht zu den Mädchen, nicht zu den Frauen undnicht zu den Wittwcn. Das stille ewige in sich Hineiuleben hatteihre Empfindung krankhaft geschärft, und jetzt gab ihr doch dieWelt eine, wenn auch nicht wohlthuende Heilung. Zilge gewahrtebald, daß die Unempfindlichkeit und Theilnahmlosigkeit der Men-schen doch auch ihr Gutes hat. Tic Welt nahm ihr Schicksal vielunbefangener, viel nüchterner: sie ist eine verlassene Frau, dasist schon oft dagewcsen, und wird noch mehr kommen. DieseNüchternheit der Welt hat Anfangs etwas furchtbar Erkältendes,allmälig stellt sich aber die Erkenntniß ein, daß die Welt fremdesUngemach alsbald so nimmt, wie man es im Verlauf der Zeitdoch selber auch nebmen kann und muß. Zilge war anfangs er-staunt, daß man sie darob nicht schalt und höhnte, sondern esnatürlich fand, wenn sic auch einmal unwillkürlich lachte undscherzte, und manchmal erschien es ihr selbst, als ob ihr Ungemachgar kein so außerordentliches wäre. Mau sprach von Wiedergc-kchrteu, und wie doppelt glückselig die Menschen daun mitein-ander wurden. Wenn Zilge das hörte gab cs ihr einen Stichdurch's Herz, ein heimliches Labsal, der Haß gegen ihren Mannsollte ibr dadurch entrissen werden, und doch konnte sie sich desEinflusses nicht erwehren. Es gab Stunden, wo ihre Wangenglühten, und sic sich dachte, daß sie ihren Plan» mit offenenArmen empfangen würde, und wieder andere* wo sie die Zähnetnirschte, und ihn erwürgen wollte, wenn sie ihn wicdcrsah.
Non Zeit zu Zeit klopstc Zilge die Sonntags-Kleider ihresMannes aus, die er daheim gelassen hatte. Die Leute riechen
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