Druckschrift 
4 (1854)
Entstehung
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210
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troffen an als wäre er plötzlich wahnsinnig geworden, denn Franz-seph schnalzte mit beiden Händen und tanzte im Gefängniß um-her. Auf die ängstlichen Bitten Madlenc's beruhigte er sich wie-der und fragte:

Paß auf was ich sag: war dein Vater Samstag Nacht da-heim?"

Ja, er hat seinen bösen Husten gehabt und hat fast keinAug zuthan."

Wieder jauchzteFranzseph hellauf und umarmte seine Mad-lene und den widerwilligcn Faber und erzählte endlich den gan-zen Hergang: wie seine Sense noch im Haberfcldc liegen muffeund wie er die That nur für den Schlägelbaucr übernommenhabe. Er bat dann vor Allem den Faber ihm wieder gut Freundzu sein, was dieser auch gewährte.

Franzseph und Madlene fuhren mit Faber in seinem Kütschlenach dem Dorfe zurück, aber ohnweit des Dorfes beim Speckfeldstieg Franzseph ab und Madlene folgte ihm. Sie fanden bald dieSense im Haberfelde und Franzseph mähte noch schnell jetzt un-ter dem Blicke der Geliebten, die noch stehende Spreite desEerstenfeldes nieder. Mit der Sense auf der linken Schulter undseine Madlene an der rechten Hand führend kehrte Franzseph wie-der in das Dorf zurück ....

Es ist nicht mehr viel zu erzählen. Die Nägel von den ver-brannten Schuhen des Claus fanden sich richtig in der Asche;im Zuchthaus trägt jetzt der Claus Holzschuhc.

Wer weiß ob nicht der tückische Schlägelbaucr den Franzsephlieber ins Unglück getrieben hätte, als daß er ihm, wie jetzt ge-schah, seine Tochter geben mußte. Freilich ein großes Glück wardas auch, trotz der Liebe Madlenc's, doch nicht. Schwäher undTochtcrmann lebten nicht gütlich niit einander. Franzseph arbei-tete für zwei und doch mußte er säst täglich von seinem Schwä-her hören, daß er ein Faullenzer sei; jetzt aber lächelte er darüber,es machte ihn nur zornig, so lange es eine Wahrheit war, denungerechten Schimpf hörte er ruhig an und das verdroß denSchlägelbaucr so sehr, daß er sich ein Lcibgcding-Hans baute,