Druckschrift 
4 (1854)
Entstehung
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von. Dieselbe Weihehandlung wiederholte sich hier, nur sprachder Vater beim Aufstehen keine Verwünschung mehr aus, viel-mehr bröckelte er Brot rings umher auf den Boden und sagtedabei:

„Das ist für die hungrigen Vögel in Feld und Wald. Wer-da gesegnet ist mit reichem Besitze, gedenke allezeit derer, die inNoch und Armuth sind, denn darum hat ihn Gott gesegnet undes wird ihm doppelt wohl ergehen."

Der dritte Markstein war am Waldessaum. Der Vater setztesich auf den Stein und befabl den Söhnen: „Holt Wauderstäbe!"Sic eilten in das Dickicht und bald hörte man es knacken. Albanwar der erste, der wieder zurückkehrtc und im Angesichte des Va-ters zuckte es seltsam, da ihm Alban einen abgezweigten Schwarz-dvrnstock übergab und dann wieder in das Dickicht ging, um sichselber einen zu holen. Vinzenz kam mit zwei noch mit den Zwei-gen behangcncu Stöcken, der Vater befabl ihm, einen wegzuwcr-sen und einen für sich zu behalten. Als nun auch Alban mitseinem Stocke wiedcrkam, erhob sich der Vater und rief in gebie-terischer Haltung:

„Zerbrecht Eure Stöcke!" Vinzenz schaute den Vater ver-wundert an, der Stock Albans knackte und bald darauf auch Ver-des Vinzenz und der Vater rief wieder:

„Werft die Splitter weg!" Es geschah, und der Vater fuhrfort, seinen Stab erhebend: „Seht, ich allein halte den Stab,ich allein habe Macht über euch und ihr müßt mir gehorsam undfolgsam und unterthänig sein in Allem." Vinzenz rief laut „Ja,"und gegen ihn gewendet sprach der Vater: „Ihr habt nicht zuantworten und ich euch nicht zu fragen. Von Gott eingesetzt istes, das; das Kind nach dem Willen des Vaters thue, ohne Wider-rede; und so ist cs treu und fromm von Alters her in unsererFamilie gehalten, und darum stehen wir unter den Ersten imLande." Mit erleichtertem Herzen schloss er: „So, jetzt Hab' ichnach dem alten Brauch gethan, und jetzt können wir ordentlichund frei miteinander reden."

In der That schien sich der Fnrchcnbauer erst jetzt leicht und