III. Recensivnen. 4)»
dem Charakter Bern stör ffs gleich, die erquicken-de Stimme der Mäßigung und Wabrheit. Jener
ruhig-denkende, mit den besten Grundsätzen der Ge-sammtgeschichte ausgerüstete, Geist, der alle Schrif.ten Hegewisch'S charakterisirt, spricht auch hier,zum Andenken eines großen Mannes der Geschichte;,,Unter vielen glanzenden Namen, (so endet die kur-ze Rede,) wird Bernstorf fs Name mit reinemGlan; strahlen: denn es ist der Glanz der Recht-
schaffenheit und Wahrheit."
Um ihn in diesem Glanze zu zeigen , laßt derRedner bloß Thatsachcn sprechen, die er auf Grund-sätze zurückführt; die Rede enthält nichts, als dirG e sc hi c hte. v 0n Bernstorffs Leben. Diesewird interessant, nicht etwa durch ihre äußereMerkwürdigkeit allein, da sie einem großen Theilnach in das Zeitalter der wunderbarsten Begebenhei-ten und Verwirrungen Europens fällt, sondern viel-mehr durch ihre innere -Merkwürdigkeit, durch dieGrundsätze selbst, die Bernstorff in dieser ge-fahrvollen Krise als Staatsmann für Dänemark mitunerfchülterler Festigkeit befolgte. Diese entwickeltder Verf. mit einer so einleuchtenden Heiterkeit, daßsich der Hörer nach und nach über das Gewirr fal-scher Staats-Tendenzen erhoben, in einer Regionder Wahrheit, die Menschenglückseligkeit ist, gleich-sam an Bernstorffs Seite fühlet. Dem Unterzeich-neten wenigstens kam berm Lesen dieser Schrift dasBild des edel - und schongebildeten , gedächtnißreicheneinnehmend-beredten, Oidnung und Billigkeit lie-benden Mannes, das ihm der persönliche GenußEines Tages mit ihm auf dem Lande eingedrückthatte, sehr angenehm wieder.