Druckschrift 
Zur Philosophie und Geschichte Theil 13 (1820) Nachlese historischer Schriften
Entstehung
Seite
263
Einzelbild herunterladen
 

historisch-philosophischer Schriften.

263

Sollen wir Karls des Großen und seinerunglücklichen Nachfolger Geschichte unsre Geschichtenennen? Er, der uns als Barbaren behandelte,der unsere Hauptvölker, Sachsen, Thüringer,Baiern überwältigt, der unsre alte Verfassung zer-stört hat, sollte unser Geschieht anführerwerden? Möge scin Bildniß bei Kaiserwahlen um-hergetragen , und auf sein Schwert und Evangeliumdem Pabst der Eid der Treue fernerhin gelobt wer-den, habe er sogar unfern Kalender ordnen wollen;er ist und bleibt ein F r a n k c n k ö n i g, der mitseinem ganzen Geschlecht unferm Deutschland inmehr als einer Rücksicht von Grund aus verderblichgewesen ist.

Also Sachsen, Franken, Schwaben;das alles aber waren Familien-Kaiser, diein Und außer Deutschland mit Horden umherzogen,Bischofthümer errichteten, Horden beschützten, undin Italien allemal so zu Schanden wurden, wiees, (so sagen wenigstens die Italiener) deutschenHorden geziemte. Jedermann ehret die persönlicheVerdienste dieser Regenten; man gönnet ihnen dasGlück, von Rom die Römerkrone erlangt zu haben,und wünschet nicht, daß Gclimer, der Vandale,Attila, der Hunne, Dschingis-Ehan undTamerlan sie erlangt hatten; in allen diesenHeereszügen aber wo ist der Deutsche, wo istDeutschlands Geschichte?

Allen altern und neuern Ehronikschreibern, unddiplomatisch - statistischen Kirchen - Staats - Lehii-und sonstigen Geschichtforschern bleibe ihr Werth;