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II. Nachlese
Nun erforderte cs eine andre Feder, zu unter-suchen, was jede Elasse von Ständen die Zeitkäufehinab, im Einzelnen und in's Ganze des Staats-körpers Guts und Böses gewirkt? was Deutschlandgewonnen oder verlohren, daß es der alten ge-mischten, geist-weltlichen Verfassung treu geblieben?Mich dünkt, daß wenn auf der einen Seite Euria-kien, Langsamkeit, leeres Gezänk Folgen seyn müs-sen , wenn bei Theilung und Gerichtsbarkeit seinerStaaten, wo oft Würde und Ansehn mit Machtund Nachdruck so sehr in umgekehrtem Verhältnisstehet — wenn daher eine gcwiße Schnelligkeit imDenken wie im Handeln, Feinheit, Leichtigkeit, Ein-förmigkeit in Sitten, Glanz der Kultur u. s. w.immer Hindernisse gefunden, sich schnell und überallumher zu verbreiten; daß auf der andern Seite sichso viel alte, rohe Simplicitat, Glückseligkeit aufseinen Rechten, politische Starke und nicht blenden-der Nationalgeist erhalten, daß auch hierin Deutsch-land seiner Sprache gleicht. Geistlich und bürgerlich,i>. i. stand - und rittermaßig hatte diese sich in sichgebildet, bis die neuere, ausländische Kultur ihrandern Anstrich gegeben. Im Einzelnen ist's mitdem Negierungssystem eben so gegangen, und auchdas Ganze hat nach dem neuern Geschmack ein soaltfränkisches Ansehen, als die Insignien von Kai-ser Karls Kleidung. Die geistlichen Stände aufReichs- und Gerichtstagen scheinen wie große, gold-ne, mit Laubwerk gezierte, Lebne eines alten Stuhls,dem die neuere Philosophie und Politik einen glattenPolstersitz verziehet. Sollte es aber seyn, daß einespätere Zeit an dieser goldnen Lehne bricht, so wird