Druckschrift 
Zur Philosophie und Geschichte Theil 13 (1820) Nachlese historischer Schriften
Entstehung
Seite
189
Einzelbild herunterladen
 

großer und Weiser Münster. rLg

Nur glaube man nicht, daß man ihn aus ei-!Nigen Blattern kennen lerne, und über ihn urtheilendürft. Man lese ihn ganz, und noch einmal! manlese den Tacitus dazu, und werft meine Apologieins Feuer. Erst dann wird man wahrhaft überzeugtseyn, daß Sencka ein Mann von einem großen Ta-lent und einer seltnen Tugend gewesen, da seineVerlaumder hingegen zu den ärgsten, ungerechtestenMenschen gehören."

So schrieb Diderot zu einer Zeit, da er sichvielleicht selbst vor den E on fe ssio n e N, und wieer glaubte, den Verlaumdungen Rousseau'Sscheute. Roufftau's Eonftssionen haben ihm nichtgeschadet; und auch dem Seneka schadeten seineVerlaumder nicht. Dem Tiphilin steht Taci-tus entgegen, und seine Schriften sprechen in Tu-genden und Fehlern für sich selbst.

Jedes Alter, sagt Diderot, schreibet und lie-fet nach seiner Weift. Die Jugend liebt Begeben-heiten , Fakta; das Alter Reflexionen. Einem Mannvon Jahren, dem die Meinigen zu lang , zu häufig,dem Gegenstände zu fremde Vorkommen, würde ichrathen, den Tacikus, Sueton und Seneka mit sichin die Einsamkeit zu nehmen; die Sachen, dieihm merkwürdig Vorkommen, die Ideen, die sie inseinem Geist erwecken, die Gedanken dieser Schrift-steller, die er zu behalten wünscht, die Gesinnungen,die er erproben will, aufs Papier zu werfen, ohneein andres Projekt, als sich selbst zu unterrichten.Fast bin ich gewiß, daß, wenn er sich an den Or-ten verweilt, wo ich mich verweilte, wenn er sein