großer und weiser Männer. 67
philosophische Scharfsinn scheint oft gegen den ästhe-tischen Witz ein entgegengesetzter Pol zu scyn: und
der ge sun d e nah rhafte Menschen- und Bür-gerverstand, der bey Abbt das Vornehmste war,gattet sich nicht stets mit der spekulativen Vernunft,die sich unter abgezogne Begriffe, wie unter abge-schiedne Geister, verliert. Genaue Systeme, abge-zirkelte Lesebücher zu schreiben , war nicht für Abbt!denn selbst sein Buch vom Verdienst u. s. w. ist nienach einem topographischen Abriß gemacht, in demich bloß Linien suche, die fest nach der Kunst, rich-tig dem Verstände, und deutlich dem Auge seyn sol-len; es ist vielmehr ein Werk nach HogarlhschcnSchönheitslinien, mit sanften Wellen, reizendenSchlängelungen, abwechselnden Farben entworfen.So wenig aber, als ich aus diesem Buch ein Sche-diasma in akademischem Stil wünsche; so wenigwird man wieder in einem philosophischen Lehrspstemeinen Abbtischen Vortrag erwarten; wo nicht allesverderben soll. Ich werde diesen Unterschied untenmehr auseinander setzen, da er für unsre Zeit nöthigist: hier füge ich bloß dazu, daß Abbt seinenAufenthalt in Berlin, seine Reisen und seinenletzten Aufenthalt am Hofe zu Bückeburg vielleichtfür seine gelegentlichste Zeiten wird gehalten haben-Schade nur, daß ihn der Tod nicht gefristet, csuns mehr zeigen zu können *) : „daß Unterredungen
„mit einem großen Manne dem Geist einen Emhu-„siasmus beybringen, wahrend dessen er sich fähig„zu großen und würdigen Gedanken halt."
. *) s.> Vorrede zu s. histor. Fragm.