Ideen zur Philosophie
organifirende Mutter gesorgct: auch sie sind in sichvollkommen, und scheinen nur unserm Auge unförni-ttch. So ist's auch mit der Menschennnttir hienie-den: ihr Unförmliches fallt einem Erdengeist schweraus; ein höherer Geist aber, der in das Inwendigeblickt, und schon mehrere Glieder der Kette sichet,die für einander gemacht sind, kmm uns zwar be-mitleiden, aber nicht verachten. Gr sichet, warumMenschen in so vicler/ey Zustanden aus der Weltgehen muffen, jung und alt, rhöricht und weise,als Greise, die zum zweykcnmal Kinder wurden,oder gar als Ungeborne. Wahnsinn und Mißgestal-ten, alle Stufen der Kutter, alle Verirrungen derMenschheit umfaßte die allmächtige Güte, und hatBalsam genug in ihren Schätzen, auch die Wunden,die > nur der Tod lindern konnte, zu heilen. Dawahrscheinlich der künftige Zustand so aus dem jetzi-gen hervorsproßt, wie der unsre aus dem Zustandsniedrigerer Organisationen: so ist ohne Zweifel auchdas Geschäft desselben naher mit unserm jetzigenDaseyn verknüpft, als wir denken. Der höhereGarte blühet nur durch die Pflanzen, die hier keim-ten, und unter einer rauhen Hülle die ersten Spröß-chen trieben. Ist nun, wie wir gesehen haben, Ge-selligkeit, Freundschaft, wirksame Thcilnehmung bep-nahe der Hauptzweck, worauf die Humanität inihrer ganzen Geschichte der Menschheit angelegt ist,so muß diese schönste Blüthe des menschlichen Le-bens nvthwendig dort zu der erquickenden Gestalt,zu der umschattenden Höhe gelangen, nach der inallen Verbindungen der Erde unser Herz vergebensdürstet. Unsre Brüder der höhern Stufe lieben unsdaber gewiß mehr und reiner, als wir sic suchen
und