23 .j. Ideen zur Philosophie
neueste zuwmmenhangen, auch die organische Kraftunsrer Seele in ihren reinsten und geistigen Ucbun-gcn selbst den Grund zu ihrer künftigen Erscheinunglege, oder daß sie wenigstens, ihr selbst unwissend,das Gew.be anspinne, das ihr so lange zur Beklei-dung dienen wird, bis der Skrabl einer schauernSonne ihre tiefsten, ihr selbst lner verborgnen Kräftewecket: so Ware es doch Kühnbeit, dem SchöpferBildungsgesetze zu einer Welt vorzuzcichnen, derenVerrichtungen uns noch so wenig bekannt sind. Ge-nug, daß alle Verwandlungen, die wir in den nie-drigen Reichen der Natur bemerken, Vervoll-kommnungen sind, und daß wir also wenigstensWinke dahin haben, wohin wir höherer Ursachenwegen zu schauen unfähig waren. Die Blume er-scheint unserm Äuge als ein Samensprößchcn, so-dann als Keim; der Keim wird Knospe, und nunerst gehet das Blumcngewachs hervor, das seineLebensalter in dieser Oekonomie der Erde ansängt.Achnliche Auswirkungen und Verwandlungen gibt esbcy mehrern Geschöpfen, unter denen der Schmet-terling ein bekanntes Sinnbild geworden. Siche,da kriecht die häßliche, einem groben Nahrungstricbedienende, Raupe, ihre Stunde kommt, und Mattig-keit des Todes befällt sie: sie stammet sich an, siewindet sich ein, sie hat das Gespinst zu ihrem Tod-tengewande, so wie zum Theil die Organe ihresneuen Dasepns, schon in sich. Nun arbeiten dieRinge, nun streben die inwendigen organischen Kräfte.Langsam geht die Verwandlung zuerst und scheintZerstörung: zehn Füße blechen an der abgestreiftenHaut, und das neue Geschöpf ist noch unförmlichin seinen Gliedern. Allmählich bilden sich diese und