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Zur Philosophie und Geschichte Theil 3 (1820) Ideen ; 1
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Ideen zur Philosophie

gesund schlafen, wird unser Gang oft ein Flug, un-sere Gestalt ist größer, unser Entschluß kräftiger,unsre Lhatigkeit frcyer. Und obwohl dies alles vomKörper abhangt, weil jeder kleinste Zustand unsererSeele noihwcndig ihm harmonisch seyn muß, so langeihre Kräfte ihm so innig einvcrleibt wirken: so zeigtdoch die ganze gewiß sonderbare Erfahrung desSchlafes und Traums, die uns ins größte Er-staunen setzen würde, wenn wir nicht daran gewöhntwaren, daß nicht jeder Theil unsers Körpers aufgleiche Art zu uns gehöre, ja daß gewisse Organeunsrer Maschine abgespannt werden können, und dieoberste Kraft wirke aus bloßen Erinnerungen ideali-scher, lebhafter, freyer. Da nun alle Ursachen, dieuns den Schlaf bringen, und alle seine körperlichenSymptome nicht blos einer Nedart nach, sondernphysiologisch und wirklich ei» Analogon des To-des sind; warum sollten cs nicht auch seine gei-stigen Symptome seyn? Und so bleibt uns, wennuns der Todesschlaf aus Kiankheit oder Mattigkeitbefallt, Hoffnune, den auch er, wie der Schlaf,nur das Fieber des Lebens kühle, die zu einförmigund lang fortgesetzte Bewegung sanft umlenke, man-che für dies Leben unheilbare Wunden heile, unddie Seele zu einem frohen Erwachen, zum Genußeines neuen Jugendmvrgcns bereite. Wie imTraums meine Gedanken in die Jugend zu-rück kehren, wie ich in ihm, nur halb entfesseltvon einigen Organen, aber zurück gedrängter inmich selbst, mich frcyer und tbatigcr fühle: sowirst auch du, erquickender Todcstraum, die Jugendmeines Lebens, die schönsten und kräftigsten Augen-blicke meines Daseyns mir schmeichelnd zurück füh-