Ideen zur Philosophie
re,8
VII.
Der Mensch ist zur Hoffnung der Unsterb-lichkeit gebildet.
«vi^an erwarte hier keine metaphysischen Beweise vonder Unsterblichkeit der Seele aus ihrer einfachen Na-tur, aus ihrem Spiritualismus u. f. Die Physikkennet diese einfache Natur nicht, und konnte viel-mehr Zweifel gegen sie erregen, da wir unsre Seelenur in einem zusammengesetzte» Organismus durchWirkungen kennen, die aus einer Mannigfaltigkeitvon Reizen und Empfindungen zu entsprießen schei-ne». Der allgemeinste Gedanke ist nur das Resultatunzähliger ' ^ Wahrnehmungen, und die Re-gentin unsers Körpers wirkt auf das zahllose Heeruntergeordnet,r Kräfte, als ob sie ihnen allen auchdem Ort nach gegenwärtig wäre. — —
Auch Bonnels sogenannte Philosophie derKeime kann hier unsre Führer» nicht seyn: denn
sie ist in Absicht ans den Uebergang zu einem neuenDaseyn tbeils unerwiesen, theils nicht zu ihm gehö-rig. Niemand bat in unscrm Gehirn ein geistlichesGehirn, d.n K.ini zu einem neuen Daseyn entdeckt;auch das kleinste Analogon dazu ist im Bau desselbennicht sichtbar. Das Gehirn des Tobten bleibt uns,und wenn die Knospe unsrer Unsterblichkeit nicht an-dre Kräfte hätte, so läge sic verdorret im Staube.Ja diese Philosophie ist, wie mich dünkt, auch hiehcrganz ungehörig, da wir hier nicht von Absprossungeines Geschöpf» in junge Geschöpfe seiner Art,