der Geschichte der Menschheit. 197
niß wir durch alles erweckt, zu dessen Nachahmungwir durch Liebe und Leid gezwungen werden: undwir erkennen ihn noch so dunkel, wir ahmen ihm soschwach und kindisch nach, ja wir sehen die Gründe,warum wir ihn in dieser Organisation nicht anderserkennen und nachahmen können. Und es sollte füruns keine andre möglich, für unsre gewisseste besteAnlage sollcc kein Fortgang wirklich ftyn? Denn ebendiese unsre edelsten Kräfte sind so wenig für dieseWelt, sie streben über dieselbe hinüber, weil hieralles der Nolhdurft dienet. Und doch fühlen wirunsern edlern Theil beständig im Kampf mit dieserNothdurst: gerade das, was der Zweck der Orga-
nisation im Menschen scheinet, findet auf der Erdezwar seine Gcburts-, aber nichts weniger als seineBollendungsstatte. Riß also die Gottheit den Fadenab, und brachte mit allen Zubereitungen auf dasMenschengebilde endlich ein' unreifes Geschöpf zuStande, das mit seiner ganzen Bestimmung ge-tauscht ward? Alles auf der Erde ist Stückwerk,und soll es ewig und ewig ein unvollkommnes Stück-werk, so wie das Menschengeschlecht eine bloße Schat-tcnheerde, die sich mit Traumen jagt, bleiben? Hierknüpfte die Religion alle Mängel und Hoffnungen un-sers Geschlechts zum Glauben zusammen, undwand der Humanität eine unsterbliche Krone.