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Zur Philosophie und Geschichte Theil 3 (1820) Ideen ; 1
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»96 Ideen zur P hilosophie

gehen: die Regel der Natur ändert sich deinetwegennicht; je mehr du aber die Vollkommenheit, Güteund Schönheit derselben erkennst, desto mehr wirdauch diese lebendige Form dich zum Nachbildeder Gottheit in deinem irdischen Leben bilden.Wahre Religion also ist ein kindlicher Gottesdienst,eine Nachahmung des Höchsten und Schönsten immenschlichen Bilde, mithin die innigste Zufriedenheit,die wirksamste Güte und Menschenliebe.

Und so sieht man auch, warum in allen Reli-gionen dcc Erde mehr oder minder Mcnschenahnlich-kcit Gottes habe statt finden müssen, entweder daßman den Menschen zu Gott erhob, oder den Vaterder Welt zum Menschengcbilde hinab zog. Eine hö-here Gestalt, als die unsre, kennen wir nicht; undwas den Menschen rühren und menschlich machensoll, muß menschlich gedacht und empfunden seyn.Eine sinnliche Nation veredelte also die Menschenge-stalt zur göttlichen Schönheit; andre, die geistidachten, brachten Vollkommenheiten des Unsichtbarenin Symbole fürs menschliche Auge. Selbst dadie Gottheit sich uns offenbaren wollte, sprach undhandelte sie unter uns, jedem Zeitraum angemessen,menschlich. Nichts hat unsre Gestalt und Natur sosehr veredelt, als die Religion: blos und allein, weilsie sie auf ihre reinste Bestimmung zurück führte.

Daß mir der Religion also auch Hoffnung undGlaube der Unsterblichkeit verbunden war, und Lurchsie unter den Menschen gegründet wurde, ist aber-mals Natur der Sache, vom Begriff Gottes undder Menschheit beynahe unzertrennlich. Wie? wirsind Kinder des Ewigen, den wir hier nachahmenderkennen und lieben lernen sollen, zu dessen Erkennt-