Druckschrift 
Zur Philosophie und Geschichte Theil 3 (1820) Ideen ; 1
Entstehung
Seite
191
Einzelbild herunterladen
 

der Geschichte der Menschheit.

seiner-Aeltcr», das sagen ihm die Jahre seiner langenKindheit.

ö. Da aber das bloße Mitgefühl des Men-schen sich nicht, über alles verbreiten, und bey ihm,als einem eingeschränkten, vielorganisirken Aresen,in allem, was fern von ihm lag, nur ein dunkler,oft unkräftiger Führer scyn konnte: so hakte die

richtigleitende Mutter seine vielfachen und leise ver-webten Aeste unter eine untrüglichere Richtschnur zu-sammen geordnet: dies istdie Regel der Gerech-tigkeit und Wahrheit. Aufrichtig ist derMensch geschaffen, und wie in seiner Gestalt allesdem Haupte dienet, wie seine zwei) Augen nurEine- Sache sehen, seine zwey Ohren nur EinenSchal! hören; wie die Natur im ganzen Aeußcrnder Bekleidung überall Symmetrie mit Einheit ver-band , und die Einheit in die Mitte setzte, daß dasZwiefache allenthalben nur auf sie weise: so wurde

auch im Innern das große Gesetz der Billigkeit unddes Gleichgewichts des Menschen Richtschnur: wasdu willst, daß andere dir nicht thunsolle», thue ihnen auch nicht; was jenedir thun sollen, thue du auch ihnen.Diese unwidcrsprechliche Regel ist auch in die Brustdes Unmenschen geschrieben: denn wenn Er andre

frißt, erwartet er nichts, als von ihnen gefressenzu werden. Es ist die Regel des Wahren und Fal-schen, des Ickern und Ickern, auf den Bau allerseiner Sinne, ja ich mochte sagen, auf die aufrech-te Gestalt des Menschen selbst gegründet. Sähenwir schief, oder siele das Licht also: so hatten wir vonkeiner geraden Linie Begriff. Wäre unsre Organisa-tion ohne Einheit, unsre Gedanken ohne Besonnenheit;