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Zur Philosophie und Geschichte Theil 3 (1820) Ideen ; 1
Entstehung
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Ideen zur Philosophie

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ne Geschöpf ist gleichsam ein Knäuel der Nervm desmütterlichen Wesens; das selbstgesäugke Kind ist eineSprosse der Mutterpflanze, die sie als einen Theil vonsich nähret. Auf dies innigste Mitgefühl sind inder Haushaltung des Thiers alle die zarten Triebegebaut, dazu die Natur sein Geschlecht veredelnkonnte.

Bcy dem Menschen ist die Mutterliebe böbcrerArt eine Sprosse der Humanität seiner aufgerichte-ken Bildung. Unter dem Auge der Mutter liegt derSäugling auf ihrem Schooß, und trinkt die zartesteund feinste Speise; eine thierische und selbst denKörper verunstaltende Art ists, wenn Völker, vonNoch gezwungen, ihre Kinder auf dem Rücke» säu-gen. Den größten Unmenschen zähmt die väterlicheund häusliche Liebe: denn auch eine Löwenmukter

ist gegen ihre Jungen freundlich. Im väterlichenHaufe entstand die erste Gesellschaft, durch Bandedes Bluts, des Zutrauens und der Liebe verbun-den. Also auch um die Wildheit der Menschen zubrechen, und sie zum häuslichen Umgänge zu ge-wöbncn, sollte die Kindheit unsers Geschlechts lange,Jahre dauern; die Natur zwang und hielt es durchzarte Bande zusammen, daß eS sich nicht, wie diebald ausgebildeten Thiere, zerstreuen und vergessenkonnte. Nun ward der Vater der Erzieher seinesSohns, wie die Mutter seine Saugerin gewesenwar: und so ward ein neues Glied der Humanitätgeknüpfet. Hier lag ncmlich der Grund zu einer noih-wendigcn menschlichen G e se l I sch a ft, ohnedie kein Mensch aufwachsen, keine Mehrbeit vonMenschen sepn könnte. Der Mensch ist alst zurGesellschaft geboren; das sagt ihm das Mitgefühl