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Ideen zur Philosophie
eignen Glieder Am Leichnam eines geliebten Tod-ren nchmen wir noch in seinem Grabe Thcil i wirsüblcn die kalte Hohle, die er nicht mehr fühlet,und Sckauder überlauft uns, wenn wir sein Ge-bein nur berühren. So sympathetisch webte die all-gemeine Mutter, die alles aus sich nahm, und mitaue.i. in der innigsten Sympathie mikfül'let, denmenschlichen Körper. Sein rnbrircndes Fibernsystem,sein rbeilnchmendes Ncrvengebaude hat des Aufrufsder Vernunft nicht nvthig: es kommt ihr zuvor,
ja es setzt sich ihr oft mächtig und widersinnig ent-gegen. Der Umgang mit Wahnsinnigt'n, an denenwir Tlieil nehmen, erregt selbst Wahnsinn, und de-sto eher, je mehr sich der Mensch davor fürchtet.
Sonderbar ists, daß das Gehör so viel mehrals das Gesicht bevkrägt, dies Mitgefühl zu er-wecken und zu verstärken. Der Seufzer eines Thiers,das ausqestoßene Geschrcy seines leidenden Körperszieht alle ihm ähnlichen herbey, die, wie oft be-merkt ist, traurig um den Winselnden sichen undihm gerne helfen möchten. Auch bey den Menschenerregt das Gcmählde des Schmerzes eher Schreckenund Grausen als zärtliche Mitempsindung; so balduns abcr nur ein Ton des Leidenden ruft, so ver-lieren wir die Fassung und eilen zu ihmi cs gehtuns ein Stich durch die Seele. Ists, weil derTon das Gemahlde des Auges zum lebendigen We-sen macht, also alle Erinnerungen eigner und frem-der Gefühle zurück bringt und auf Einen Punkt ver-einet ? Oder gibt cs, wie ich glaube, noch eine tie-fere organische Ursache? Genug, die (Erfahrung istwahr, und sie zeigt bei) dem Menschen den Grundseines größern Mitgefühls durch Stimme und