der Geschichte dcc Menschheit. 187
,nid jedem Reich der Schöpfung in dem Verhält-,uß ähnlich organisirt bat, als er mit denlsilbcn mit-fiihlc» sollte. Sein Fiberngebäude ist so elastisch seinund zart, und sein Nervengcbäude so verschlungenin alle Theile seines vidcirenden Wesens, daß er alsei» Analogon der alle» ducchfühlenden Gottheit sichbeynahe in jedes Geschöpf setzen und gerade in demMaas mit ihm empfinden kann, alS das Geschöpfes bedarf, und sein Ganzes es ohne eigne Zerrüt-tung, ja selbst mit Gefahr derselben, leidet. Aucha» einem Baum nimmt unsre Maschine Theil, so-fern sic ein wachsender grünender Baum ist, und esgibt Menschen, die den Stur; oder die V.rstümme-lung desselben in seiner grünenden Jugendgestalt kör-perlich nicht ertragen. Seine vcrdvrrete Krone tkutuns leid; wir trauern um eine verwelkende liebeBlume. Auch, das Krümmen eines zerquetschtenWurms ist einem zarten Menschen nicht gleichgül-tig ; und je vollkommner das Tkier ist, je mehr esin seiner Organisation uns nahe kommt, desto MehrSympathie erregt es i» seinem Leiden. Es habenharre Nerven dazu gebärt, ein Geschöpf lebendigzu öffnen und in seinen Zuckungen zu behorchen;nur der unersättliche Durst nach Ruhm und Wissen-schaft konnte allmahlig dies organische Mitgefühlbetäuben. Zartere Weiber können sogar die Zer-
gliederung eines Tobte» nicht ertragen: sie empfin-den Schmerz in jedem Gliede, das vor ihren Au-gen gewaltsam zerstört wird, besonders je zarter undedler die Thcile selbst werden. Ein durchwübltes Ein-geweide erregt Grauen und Abscheu; ein zerschnitte-nes Herz, eine zcrspaltene Lunge, ein zerstörtesGehirn schneidet und sticht mit dem Messer in unsre