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Zur Philosophie und Geschichte Theil 3 (1820) Ideen ; 1
Entstehung
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»66 Ideen zur Philosophie

bes im Antlitze am spatesten gebildet wird: gleich-sam die letzte Bezeichnung des Fingers der Liebe,daß diese Lippe sich schön und vcrstandreich schließensollte. Von keinem Thicre also gilt der schambasteAusdruck der alten Sprache, daß es sein Weib er-kenne. Die alte Fabel sagt, daß bcyde Geschlech-ter einst, wie Blumen, eine Audrogvne gewesen,aber getheill worden; sie wollte mit dieser und an-dern sinnreichen Dichtungen, als Fabel, den Vor-zug der menschlichen Liebe vor den Thieren verhülletsagen. Auch daß der menschliche Trieb nicht wie bei)diesen schl.chthin einer Jahreszeit unterworfen ist,(obwohl über die Revolutionen hiezu im menschli-chen Körper noch keine tüchtigen Betrachtungen ange-stcllct worden,) zeigt offenbar, daß er nicht von derNothwendigkeit, sondern vom Liebreiz abhangen, derVernunft unterworfen bleiben, und einer frcywilli-gcn Mäßigung so überlassen werden sollte, wie al-les, was der Mensch um und an sich trägt. Auchdie Liebe sollte Key dem Menschen human seyn,dazu bestimmte die Natur, außer seiner Gestalt,auch die spatere Entwickelung, die Dauer und dasVerhaltniß des Triebes in beyden Geschlechtern; jasie brachte diesen unter das Gesetz eines gemein-schaftlichen frey willigen Bundes undder freundschaftlichsten Mittheilung zweyer Wesen,die sich durchs ganze Leben zu Einem vereintfühlen.

3. Da ausser der mittheikenden Liebe alle an-dern zärtlichen Affecten sich mit der Th ei lneh-mung begnügen: so hat die Natur den Menschenunter allen Lebendigen zum t h e i l n e h m e n d ste ngeschaffen, weil sie ihn gleichsam aus allem geformt,