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Zur Philosophie und Geschichte Theil 3 (1820) Ideen ; 1
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Ideen zur Philosophie

nicn bekränzen. Wie es also mit der getäuschtenVernunft ging, gehet's auch mit der mißbrauchtenoder gefesselten Frcyheit; sie ist Key den meisten dasVerhaltniß der Kräfte und Triebe, wie Bequemlich-keit oder Gewohnheit sie festgestellt haben. Seltenblickt der Mensch über diese hinaus, und kann oft,wenn niedrige Triebe ihn fesseln und abscheuliche Ge-wohnheiten ihn binden , ärger als ein Thier werden.

Indessen ist er, auch seiner Frcyheit nach, undselbst im ärgsten Mißbrauche derselben, ein König.Er darf doch wählen, wenn er auch das Schlecht, üowählte: er kann über sich gebieten, wenn er sichauch zum Niedrigsten aus eigner Wahl befummle.Vor dem Allsehendcn, der diese Kräfte in ilm legte,ist freylich sowohl seine Vernunft als Freiheit be-gränzt, und sie ist glücklich begranzt, weil der, derdie Quelle schuf, auch jeden Ausfluß derselben ken-nen, vorher sehen, und so zu lenken wisse» M.ckte,daß der ausschweifendste Bach seinen Händen nim-mer entrann; in der Sache selbst aber und in derNatur des Menschen wird dadurch Nichts geändert.Er ist und bleibt für sich ein frcyeZ Geschöpf, ob-wohl die allumfassende Güte ihn auch in seinenThorheiten umfasset, und diese zu seinem und demallgemeinen Besten lenkt. Wie kein getriebenes Ge-schoß der Atmosphäre entfliehen kann; aber auch,wenn es zurückfallt, nach einen und denselben Na-turgesetzen wirket: so ist der Mensch im Jrrrhumund in der Wahrheit, im Fallen und Wiederauf-stchen Mensch, zwar ein schwaches Kind, aber dochein Freygeborner: wenn noch . nicht vernünftig, sodoch einer bessern Vernunft fähig, wenn noch Nichtzur Humanität gebildet, so doch zu ihr bildbar. Der