der Geschichte der Menschheit. 173
vieles dunkel und falsch zu sehen, oft sogar seineSchritte zu vergessen, un) erst durch Straucheln er-innert z» werden, auf welcher engen Basis dasganze Kopf- und Herzensge auöe seiner Begriffe undUrtbeile ruhe; indessen ist und bleibt er, seiner hohenBer sta n d c sb e sti mm u n g nach, was kein an-dres Erdcngeschöpf ist, ein Gvttersohn, ein Königder Erde.
Um die Hoheit dieser Bestimmung zu füblen,lasset uns bedenken, was in den großen Gaben Ver-nunft und Frey heit liegt, und wie viel die Na-tur gleichsam wagte, da sie dieselbe einer so schwachenvielfach gemischten Ecdorganisation, als der Menschist, anvertrauete. Das Thier sst nur ein gebückterSklave; wenn gleich einige edlere derselben ihr Hauptemporhcbcn oder wenigstens mit vorgerecktem Halsesich nach Freyheit sehnen. Ihre noch nicht zur Ver-nunft gereiste Seele muß nothdürfti,en Trieben die-nen , und in diesem Dienste sich erst zum eignenGebrauch der Sinne und Neigungen von ferne be-reiten. Der Mensch ist der erste Fr e v g e l a sse n eder Schöpfung; er stehet aufrecht. Die Wage desGuten und Bösen, des Falschen und Wahren hangtin ihm: er kann forschen, er soll wählen. Wie dieNatur ihm zwey frcve Hände zu Werkzeugen gab,und ein überblickendes Auge, seinen Gang zu leiten:so hat er auch in sich die Macht, nicht nur die Ge-wichte zu stellen, sondern auch, wenn ich so sagendarf, sclbst Gewicht zu seyn auf der Wage.Er kann dem Nützlichsten Jrrthum Schein geben,und ein freywillig Betrogner werden: er kann dieKetten, die ihn, seiner Natur entgegen, fesseln, mitder Zeit lieben lernen und sie mit mancherlei) Blu-