Ideen zur Philosophie
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der Struktur ihrer Muskeln noch so besonders gebildetsind, ob sic uns gleich verachtete Glieder scheinen,sind uns die nochwendigsten Kunstgehülfcn zum Ste-hen, Gehen, Fassen und ollen Verrichtungen derkunstorbeitenden Seele.
Mon Hot so oft gesagt, daß der Mensch wehr-los erschossen worden, und daß es einer seiner un-terscheidenden Geschlechts-Charaktere sei), nichts zuvermögen. Es ist nicht also; er Hot Waffen derVertheidigung, wie olle Geschöpfe. Schon der Affeführt den Prügel und wehret sich mit Sand undSteinen, er klettert und rettet sich vor den Schlan-gen, seinen ärgsten Feinden, er deckt Hauser abund kann Menschen morden. Das wilde Mädchenzu Songi schlug ihre Mitschwester mit der Keulevor den Kopf, und ersetzte mit Klettern und Lau-fen , was ihr an Stärke abginq. Also auch derverwilderte Mensch ist, seiner Organisation nach,nicht ohne Vertheidigung; und aufgerichtet, kulti-virt — welch Thier hat das viclarmige Werkzeugder Kunst, was er in seinem Arm, in seiner Hand,in der Geschlankigkeit seines Leibes, in allen sei-nen Kräften besitzt? Kunst ist das stärkste Gewehr,und er ist ganz Kunst, ganz und gar organisirteWaffe. Nur zum Angriff fehlen ihm Klauen undZähne: denn ec sollte ein friedliches sanftmüthigeSGeschöpf sepn; zum Menschenfresser, ist er nicht ge-bildet.
Welche Tiefen von Kunstgefühl liegen in ei-nem jeden Menschensinne verborgen, die hie und dameistens nur Noch, Mangel, Krankheit, das Feh-len eines andern Sinnes, Mißgeburt oder ein Zu-fall entdeckt, und die uns ahnen lassen, was für