der Geschichte der Menschheit. 140
«eilen Theilen des Gehirns materiell und zerstreutnufsuchen lasse; ja mich dünkt, wenn alle diese Er-fahrungen auch nicht vorhanden waren, hatte manaus der Beschaffenheit der Jdeen-Bildung selbst dar-auf kommen müssen. Was ist's, daß wir die Kraftunsers Denkens nach ihren verschiedenen Verhältnissenbald Einbildungskraft und Gcdachtniß, bald Witzund Verstand nennen? daß wir die Triebe zu be-gehren vom reinen Willen absondern, und endlichgar Empsindungs- und Bewegungskräfte theilen?Die mindeste genauere Ueberlegung zeigt, daß dieseFähigkeiten nicht örtlich von einander getrennt seynkönnen, als ob in dieser Gegend des Gehirns derVerstand, in jener das Gedächtniß und die Einbil-dungskraft , in einer andern die Leidenschaften undsinnlichen Kräfte wohnen: denn der Gedanke unsrerSeele ist ungcthcilc, und jede dieser Wirkungen isteine Frucht der Gedanken. Es wäre daher bevnaheungereimt, abstrahirte Verhältnisse als einen Körperzergliedern zu wollen und, wie Medca die Gliederihres Bruders hinwarf, die Seele aus einander zuwerfen. Entgehet uns bey dem gröbsten Sinne dasMaterial der Empfindung, das vom Nervensaft,(wenn dieser auch da wäre,) ein so vcrfchicdnes Dingist: wie viel weniger wird uns die geistige Verbin-dung aller Sinne und Empfindungen empfindbarwerden, daß wir dieselbe nicht nur sehen und hören,sondern auch in den verschiedenen Theilen des Ge-hirns so willkührlich erwecken könnten, als ob wirein Clavichord spielten. Der Gedanke , dieses auchnur zu erwarten, ist mir fremde.
4. Noch fremder wird er mir, wenn ich denBau des Gehirns und seiner Nerven betrachte. WiePhilvs. u. Gesch. III. LH. K I-leen