Ideen zur Philosophie
ausbildel, und beym Menschen zuletzt auf's künst-lichste vollendet. Sie kommt mit dem kleinen Hirneeher zu Stande, als mit dem großen, da jenes sei-nem Ursprünge nach dem Rückenmark naher undverwandter, also auch bcy mehreren Gattungen gleich-förmiger ist, bey denen die Gestalt des großen Ge-hirns noch sehr variiret. Es ist dieses auch nicht zuverwundern, da vom kleinern Gehirne so wichtigeNerven für die thierischc Organisation entspringen;so daß die Natur in Ausbildung der edelsten Gcdan-kenkrafte ihren Weg von dem Rücken nach den «or-dern Theilen nehmen mußte.
2 . Bey dem größern Gehirne zeiget sich diemehrere Ausarbeitung seiner Flügel in den edlernTheilen auf mehr als Eine Weise. Nicht nur sindseine Furchen künstlicher und tiefer, und der Menschhat derselben mehrere und mannigfaltigere, als ir-gend ein andres Geschöpf: nicht nur ist die Rindedes Hirns beym Menschen der zarteste und feinsteTheil seiner Glieder, der sich ausdunstend bis auf^ verlieret; sondern auch der Schatz, den dieseRinde bedecket und durchsticht, das Mark des Ge-hirns, ist bey den edlern Thieren und am meistenbeym Menschen, in seinen Theilen unterschiedner,bestimmter, und vergleichungsweise größer, als beyallen andern Geschöpfen. Beym Menschen überwiegtdas große Gehirn das kleine um ein vieles: und dasgrößere Gewicht desselben zeigt seine innre Fülleund mehrere Ausarbeitung.
3. Nun zeigen alle bisherigen Erfahrungen, dieder gelcchrteste Physiolog aller Nationen, Haller,gesammlet, wie wenig sich das untheilbareWerk der Ideenbildung in einzelnen mate-riellen