Ideen zur Philosophie
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und sich selbst widersprechend: denn offenbar höbesodann eine Kraft die andre auf, und das Geschöpfhakte ganz und gar keinen Genuß seines Wesens. Wiebestebt es zusammen, daß der Mensch, wie die Blume,blühen, wie die Spinne, tasten, wie die Biene, bauen,wie der Schmetterling, saugen könnte; und zugleich dieMuskelkraft des Löwen, den Rüssel des Elephantcn,die Kunst des Bibers besäße? Und besitzet, ja begreifter nur Eine dieser Kräfte, mit der Innigkeit, mildersie das Geschöpf genießet und übet?
Von der andern Seite hat man ihn, ich willnicht sagen, zum Thier erniedrigen, sondern ihmeinen Charakter seines Geschlechts gar absprechen,und ihn zu einem ausgearteten Thier machen wol-len, das , indem es höher« Vollkommenheiten nach-gestrebt, ganz und gar die Eigenheit seiner Gattungverloren. Dies ist nun offenbar auch gegen dieWahrheit und Evidenz seiner Naturgeschichte Augen-genschemlich hat er Eigenschaften, die kein Thier hat,und hat Wirkungen hervorgebracht, die im Gutenund Bosen ihm eigen bleiben. Kein Thier frißt sei-nes gleichen aus Leckerer : kein Thier mordet sein Ge-schlecht auf den Befehl eines Dritten mit kaltem Blut.Kein Thier hat Sprache, wie der Mensch sie hat, nochweniger Schrift, Tradition, Religion, willkührlicheGesetze und Rechte. Kein Thier endlich hat auch nurdie Bildung, die Kleidung, die Wohnung, die Kün-ste, die unbestimmte Lebensart, die ungebundnenTriebe, die flatterhaften Mcynungen, womit sich bev-nak jedes Individuum der Menschen auszeichnet.Wir untersuchen noch nicht, ob alle dies zum Vortheiloder Schaden unsrer Gattung sey; genug, es ist derCharakter unsrer Gattung. Da jedes Thier der Art