124
Ideen zue Philosophie
die gütige Versorgerin die Zeit des Tragens auch hier-nach bestimmte, so ward für Alt und Jung gesorgt.Das Junge kommt auf die Welt, wenn cs für sichfortkommen kann, oder cs darf in einem Ep die böseJahrszcit überdauern, bis eine freundlichere Sonnees aufwcckt; das Alte fühlt nur dann den Trieb, wenndieser es in nichts anderm störet. Auch das Verhält-niß der bepden Geschlechter in der Starke und Dauerdieses Triebes ist darnach eingerichtet.
Ueber allen Ausdruck ist die wohlthätige Mutter-liebe, mit der auf bisse Weise die Natur jedes leben-dige Geschöpf zu Thatigkeitcn, Gedanken und Tugen-den, der Fassung seiner Organisation gemäß, gleich-sam erziehet und tbatig gewöknl. Sie dachte ihm vor,da sie die Kräfte in solche und keine andre Organisa-tion setzte, und nothigte das Geschöpf nun, in dieserOrganisation zu sehen, zu begehren, zu handeln, wiesie ihm vorgedacht hatte , und in den Schranken die-ser Organisation Bedürfniß, Kräfte und Raum gab.
Keine Tugend, kein Trieb ist im menschlichenHerzen, von dem sich nicht hie und da ein Analo-gon in der Thiccwelt fände, und zu dem also die bil-dende Mutter das Thier organisch gewöhnet. Esmuß für sich sorgen, cs muß die Seinigen liebenlernen: Noth und die Jahrszeit zwingen es zurGesellschaft, wenn auch nur zur geselligen Reise.Dieses Geschöpf zwingt der Trieb zur Liebe, beyjenem macht das Bedürfniß gar Ehe, eine Art Re-publick, eine gesellige Ordnung. Wie dunkel diesalles geschehe, wie kurz manches daure: so ist doch derEindruck davon in der Natur des Thiers da, und.wir sehen, er ist mächtig da, er kommt wieder, ja ecist in diesem Geschöpf unwidertmblich, unauslösch-