102 Ideen zur Philosophie
sen so merklich, bis sie sich endlich im Menschen aufdie für eine Erdorganisation feinste und höchste Weisezur Vernunft sammeln.
Dürfen wir aus diesen Induktionen, die nochviel mehr ins Einzelne geleitet werden könnten, ei-nige Resultate sammeln, so waren es folgende:
i. Bey jedem lebendigen Geschöpf scheint derZirkel organischer Kräfte ganz und vollkommen; nurer ist bey jedem anders modificirt und vcrtheilt.Bey diesem liegt er noch her Vegetation nahe,und ist daher für die Fortpflanzung und Wiederer-stattung seiner selbst so mächtig;, bey andern neh-men diese Kräfte ab, je mehr sie in künstlichere Glie-der, feinere Werkzeuge und Sinnen vertheilt werden! 2. lieber den mächtigen Kräften der Vegeta-
^ tion fangen die e b e n d i g en M us ke l r e i ze zu
wirken an. Sic sind mit jenen Kräften des wach-senden, sprossenden,, sich wieder h,erstellenden anima-lischen Fiberngcbäudes, nahe verwandt; nur sie er-scheinen in einer künstlich verschlungenen Form, zuj einem eingeschränkteren , bestimmteren Zweck der Le-
benswirkung. Jeder Muskel steht schon mit vielenandern im wechselseitigen Spieler wird also auch,nicht, die Kräfte der Fiber allein, sondern die seini,gen erweisen, lebendigen Reiz in wirkender Bewe-gung. Der Krampfsisch erstattet nicht, wie die Ei-dechse, der Frosch, der Polyp, seine Glieder; auchbey denen sich reproducirendcn Thieren erstatten sichdie Thcile, in denen Muskelkräfte zusammen ge-drungen sind, nicht so, wie die gleichsam abspros-sendcn, Glieder; der Krebs kann seine Füße, aber