Druckschrift 
Zur Philosophie und Geschichte Theil 3 (1820) Ideen ; 1
Entstehung
Seite
101
Einzelbild herunterladen
 

der Geschichte der Menschheit. 101

Stachel einer Biene zir stechen strebet. Siehe denFrosch in seiner Begattung; Füße und Glieder kön-nen ihm abgerissen werden, ehe er von seinem Ge-genstände abläßt. Siehe den gequälten Salaman-der; Hände, Finger, Füße, Schenkel kann er ver,lieren, und erstattet sie sich wieder. So groß, und,wenn ich sagen darf, so allgenugsam sind die orga-nischen Lebenskräfte in diesen Thicren vonkaltem Blut, und kurz, je roher ein Geschöpf ist,d. i. je minder die organische Macht seiner Reizeund Muskeln zu feinen Nervcnkrästen hinauf geläu-tert, und einem größern Gehirn untergeordnet wor-den, desto mehr zeigen sie sich in einer verbreiteten,das Leben haltenden oder erstattenden organischenA llmacht.

6 . Selbst bey Thieren von wärmerem Bluthat man bemerkt, daß in Verbindung mit denNerven ihr Fleisch sich träger bewege, und ihr Ein-geweide dagegen heftigere Wirkungen des Reizeszeige, wenn das Thier todt ist. Im Tode werdendie Zuckungen stärker, in dem Maas als die Em-pfindung abnimmt, und ein Muskel, der seineReizbarkeit bereits verloren, erlangt solche wieder,wenn man ihn in Stücke zerschneidet. Je nerven-reicher also das Geschöpf ist, desto mehr scheintsvon der zähen Lebenskraft zu verlieren, die nur mitMühe abstirbt. Die Rcproduktionskräfte einzclner,geschweige so vielarligcr Glieder, als Haupt, Hän-de, Füße sind, verlieren sich bei) den sogenanntenvollkommncrn Geschöpfen; kaum daß sich den ihnenin gewissen Jahren noch ein Zahn ersetzt, oder einReinbruch und eine Wunde ergänzet. Dagegen steigendie Empfindungen und Vorstellungen in diesen Klas-