e)o Ideen zur Philosophie
So ging die Natur bey den Geschöpfen zuWerk, die sie Lebendige gebären lassen konnte; nichtaber alle konnten dies. Die Thiere kaltem Blutesnicht; ihnen muß also die Sonne zu Hülfe kommenund ihre Mitmutter werden. Sie brütet das Ungc-borne hervor; ein klarer Beweis, daß alle organischeWarme in der Schöpfung Eins sey, nur durch zahl-lose Kanäle feiner und feiner hinauf geläutert.Selbst die Vögel, die wärmern Blutes sind, alsdie Ecdenthiere, konnten, vielleicht rhcils ihres kal-tem Elements, thcils ihrer Lebensart und ganzenBestimmung wegen, nicht Lebendige gebaren. DieNatur verschonte diese leichten flüchtigen Geschöpfe,ihre Zungen bis zur lebendigen Geburt zu tragen,wie sie sie auch mit der Mühe des Sauqcns ver-schonte. Sobald der Vogel aber, wenn auch nur ineiner häßlichen Mittelgattung, die Erde betritt, säugter. Sobald das Meerthicr warmes Blut und Or-ganisation genug hat, ein Lebendiges zu gebären,ward ihm auch die Mühe aufgelegt, es zu säugen.
Wie sehr trug die Nacnr hiedurch zur Vervoll-kommnung der Gattungen bey! Der flüchtige Vo-gel kann nur brüten: und wie schöne Triebe beyderGeschlechter entstehen schon aus dieser kleinen Haus-haltung ! Die eheliche Liebe bauet, die mütterlicheLiebe erwärmet das Nest; die väterliche versorgt csund hilft cs mit erwärmen. Wie vertheidigt eine Vo-gclmuttcr ihre Jungen: wie keusch ist in den Ge-
schlechtern, die zur Ehe gemacht sind, ihre ehelicheLiebe! — Bey den Thicren der Erde sollte dies Band,wo möglich, noch starker werden: darum bekam dieMutter ihr lebendig Göborncs an die Brust, es mitden zärtesten Theilen ihrer selbst zu nähren. Nur