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Ideen zur Philosophie
Thiercn Hände seyn müssen, den Raub zu holtenund zu zerreißen, die Kiefer, die bey Fischen undNaubthieren mit wunderbarer Macht wirken, wieedel sind sie bey dem Menschen zurück gesetzt undihre ihnen noch cinwohncnde Stacke gezahmet*)!Die vielen Magen der niedrigem Geschöpfe sind beyihm und einigen Landthieren, die sich von innen sei-ner Gestalt nähern, in Einen zusammen gepreßt,und sein Mund endlich ist durch das rcinesie Götter-geschenk , die Rede, geheiligt. Würmer, Inletten,Fische, die mchresten Amphibien sind stumm mit demMunde: auch der Vogel tönet nur mit der Kehle;jedes der Landthiere hat wenige herrschende Schalle,so viel zur Haushaltung seines Geschlechts gehören;der Mensch allein besitzt wahre Sprachorgane mitden Werkzeugen des Geschmacks und der Speise,also das Edelste mit den Zeichen der niedrigstenNochdurft zusammen geordnet. Womit er Speisefür den niedrigen Leib verarbeitet, verarbeitet er auchin Worten die Nahrung der Gedanken.
Der zweyte Beruf der Geschöpfe ist Fort-pflanzung: die Bestimmung dazu ist schon imBau der Pflanzen sichtbar. Wem dienen Wurzelund Stamm, Aestc und Blätter? wem hat die Na-tur den obersten oder doch den ausgesuchtesten Platzeingcraumet? Der Blüthe, der Krone; undwir sahen, sie sind die Zeugungsthcile der Pflanze.Sie also sind zum schönsten Haupttheil dieses Ge-schöpfes gemacht: auf ihre Ausbildung ist das Leben,
*) Man sehe von der Kraft dieser Lheile: HallersLlement. xb^siol, 1» IV. x. ih. i5.