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Zur Philosophie und Geschichte Theil 3 (1820) Ideen ; 1
Entstehung
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der Geschichte der Menschheit. 67

gerichtet, was er ausrichten wollte, und glücklich,wenn er es nicht mehr und jetzt zu Unrechter Zeitausrichten will, sondern sich friedlich selbst verlebet.Im Auge eines höhern Wesens mögen unsre Wir-kungen auf der Erde so wichtig, wenigstens gewißso bestimmt und umschrieben seyn, als die Thatenund Unternehmungen eines Baums. Er entwickelt,was er entwickeln kann, und macht sich, dessen erhabhaft werden mag, Meister. Er treibt Sprossenund Keime, gebiert Früchte und säet junge Baume;niemals aber kommt er von der Stelle, auf die ihndie Natur gestellt hat, und er kann sich keine ein-zige der Kräfte, die nicht in ihn gelegt sind, nehmen.

Insonderheit, dünkt mich, demüthigct es denMenschen, daß er mit den süßen Trieben, die erLiebe nennt, und in die er so viel Willkühr setzt,beynahe eben so blind, wie die Pflanze, den Gesetzender Natur dient. Auch die Distel, sagt man, istschön, wenn sic blühet: und die Blüthc, wissen wir,ist bey den Pflanzen die Zeit der Liebe. Der Kelchist das Bett, die Krone sein Vorhang, die andernThcile der Blume sind Werkzeuge der Fortpflanzung,die die Natur bey diesen unschuldigen Geschöpfenoffen dargclegt und mit aller Pracht geschmückt hat.Den Blumenkelch der Liebe machte sie zu einemSalomonischen Brautbett, zu einem Kelch der An-muth auch für andre Geschöpfe. Warum that siedies alles? und knüpfte auch bey Menschen in'sBand der Liebe die schönsten Ncitzc, die sich inihrem Gürtel der Schönheit fanden? Ihr großerZweck sollte erreicht werden, nicht der kleine Zweckdes sinnlichen Geschöpfes allein, das sie so schön aus-schmückte; dieser Zweck ist Fortpflanzung, Er-